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Palettenstellplätze: CCG1, CCG2 und Doppelstockbeladung

Max Silanoglu
Max Silanoglu8/12/2026
Mitarbeiter schiebt Palette mit Hubwagen in einen LKW-Auflieger mit Doppelstockbeladung

Ein Sattelauflieger fährt mit 24 statt 33 Palettenstellplätzen vom Hof, weil die Ladung höher gestapelt wurde als nötig und für eine zweite Ebene kein Platz mehr blieb. Wer das vermeiden will, muss zwei Stellschrauben verstehen: die Palettenladehöhe nach CCG1 oder CCG2 und die Möglichkeit einer Doppelstockbeladung.

Kurz & knapp: Ein Palettenstellplatz ist die Grundfläche, die eine Europalette auf der Ladefläche eines LKW belegt, ein Standard-Sattelauflieger bietet Platz für 33 bis 34 davon. Die CCG1-Norm begrenzt die Ladehöhe pro Palette auf 1.050 mm, CCG2 erlaubt bis zu 1.950 mm. Nur die niedrigere CCG1-Höhe lässt genug Raum für eine zweite Ladeebene, die sogenannte Doppelstockbeladung, mit der sich die Zahl der Palettenstellplätze in geeigneten Aufliegern nahezu verdoppeln lässt.

Was ist ein Palettenstellplatz?

Ein Palettenstellplatz ist die Standfläche, die eine Europalette (800 x 1.200 mm) auf der Ladefläche eines Fahrzeugs beansprucht. Er dient in der Frachtkalkulation als feste Recheneinheit, unabhängig davon, wie hoch die einzelne Palette tatsächlich beladen ist.

Die Zahl der Palettenstellplätze bestimmt zusammen mit dem Gesamtgewicht, wie viele Sendungen sich auf ein Fahrzeug bündeln lassen. In der Praxis nennt man sie deshalb oft parallel zum Lademeter, der die Ladefläche in Fahrtrichtung misst. Er berechnet sich aus der Ladungsbreite geteilt durch die nutzbare Fahrzeugbreite (meist 2,4 m), multipliziert mit der Länge in Fahrtrichtung, und dient vor allem bei nicht-palettierter oder sehr sperriger Ladung zur Kostenberechnung.

Für Importeure schließt sich hier direkt die Frage an, wie die Ware überhaupt bis zu diesem Punkt der Beschaffungslogistik gelangt ist. Kommt die Ware per Seefracht an, entscheidet oft schon die gewählte Containerverladung darüber, wie reibungslos es weitergeht. Am Zielhafen zeigt sich dann, ob genügend Paletten in einem Zug auf den Weitertransport-LKW passen oder ob mehrere Teilladungen nötig werden.

Höhenverstellbarer Ladebalken wird in die Halteschiene eines LKW-Aufliegers eingesetzt

Wie viele Palettenstellplätze passen in einen LKW?

Ein Standard-Sattelauflieger mit 13,6 m Innenlänge bietet bei einreihiger Stellung Platz für 33 bis 34 Europaletten, je nachdem, ob man die Paletten in Fahrtrichtung oder quer stellt. Kleinere Fahrzeuge und Wechselbrücken kommen entsprechend ihrer Innenlänge auf weniger Stellplätze.

Ähnliche Kapazitätsfragen stellen sich schon vorher beim Seetransport: Bei der Entscheidung FCL oder LCL hängt die spätere Stellplatzplanung an Land direkt davon ab, ob eine Sendung einen ganzen Container allein belegt oder sich mit anderen Ladungen einen Container teilt. Zum Vergleich: Ein 40-Fuß-Container fasst bei einreihiger Beladung als Faustregel rund 20 bis 24 Europaletten, je nach Beladungsmuster spürbar weniger als ein Sattelauflieger. Der Grund liegt in der Innenbreite: Ein Standardcontainer ist mit rund 2,35 m schmaler als ein LKW-Auflieger mit 2,48 m und lässt sich deshalb nicht ebenso sauber mit drei Europaletten nebeneinander befüllen. Wenn Sie wissen, wie viele Paletten ein Container fasst, können Sie die Teilladung am Zielhafen schon vor der Ankunft realistisch einplanen.

In unseren Sourcing-Projekten sehen wir regelmäßig, dass Einkäufer die Palettenstellplätze eines Aufliegers erst dann genau nachrechnen, wenn eine Sendung nicht wie geplant hineinpasst. Wer die Stellplatzzahl schon bei der Verpackungsplanung mit dem Spediteur abstimmt, vermeidet kurzfristige Umdispositionen und zusätzliche Frachtkosten.

Fahrzeugtyp

Innenlänge (ca.)

Palettenstellplätze (einreihig)

Sattelauflieger (Standard)

13,6 m

33-34

Jumbo-/Mega-Trailer

13,6 m, erhöhte Innenhöhe

33-34

Wechselbrücke (Standard)

7,45 m

18

Solo-LKW (7,5 t)

ca. 6 m

bis zu 15

Was bedeuten CCG1 und CCG2 bei der Palettenladehöhe?

CCG1 und CCG2 sind zwei Palettenladehöhen für Europaletten. Die CCG ("Centrale für Coorganisation", heute Teil von GS1 Germany) hat sie 1984 gemeinsam mit Industrie und Handel entwickelt. Beide sind seither Bestandteil der ECR-Anwendungsempfehlungen "Efficient Unit Loads in Deutschland" und bis heute in der deutschen Konsumgüterwirtschaft gültig.

CCG1 begrenzt die gesamte Ladehöhe einer Palette, also Palette plus Ware, auf 1.050 mm und ist die in Deutschland überwiegend genutzte Höhe. CCG2 erlaubt mit maximal 1.950 mm deutlich mehr Ladehöhe pro Palette. Verlader nutzen diese größere Höhe vor allem für sperrige oder leichte Ware, bei der sich der zusätzliche Platz wirtschaftlich lohnt. International vergleicht man beide Höhen mit den europäischen Klassen EUL1 und EUL2.

Im November 2025 hat GS1 Germany ein Harmonisierungsprojekt gestartet, das den nationalen CCG1-Standard (1.050 mm) schrittweise an den europäischen EUL1-Standard (1.200 mm) angleichen soll. Für Beschaffungsprojekte mit europäischen Lieferketten lohnt sich deshalb ein Blick darauf, welche Ladehöhe die eigenen Partner aktuell zugrunde legen.

Standard

Maximale Ladehöhe

Herkunft

Aktueller Status

CCG1

1.050 mm

CCG/GS1 Germany (entwickelt 1984, im Einsatz seit 1985)

Deutscher Standard, wird schrittweise an EUL1 angeglichen

CCG2

1.950 mm

CCG/GS1 Germany (seit 1984)

Deutscher Standard, europäisches Pendant ist EUL2

EUL1

1.200 mm

Europäische ECR-Empfehlung

Harmonisierungsziel für CCG1

EUL2

2.400 mm

Europäische ECR-Empfehlung

Europäisches Pendant zu CCG2, international diskutiert

Wie wirkt sich die Palettenladehöhe auf die Anzahl der Stellplätze aus?

Die gewählte Palettenladehöhe entscheidet direkt darüber, wie viel vertikaler Raum im Auflieger für eine zweite Ladeebene übrig bleibt. Bei einer typischen Innenhöhe von 2,70 m in neueren Aufliegern lässt eine auf 1.050 mm begrenzte CCG1-Palette genug Freiraum für eine zweite Ebene aus Ladebalken. Eine CCG2-Palette mit bis zu 1.950 mm füllt diesen Raum dagegen weitgehend selbst aus.

Wer bereits bei der Verpackungsplanung auf eine niedrigere Ladehöhe achtet, hält sich die Option einer späteren Doppelstockbeladung offen, auch wenn die konkrete Sendung sie noch nicht nutzt. Diese Entscheidung fällt in der Regel deutlich vor der eigentlichen Verladung.

Als grobe Orientierung dient folgende Checkliste vor der Festlegung auf eine der beiden Ladehöhen:

Situation

Empfehlung

Ware ist nicht stapelbar (schwer, instabil oder druckempfindlich)

Doppelstockbeladung entfällt unabhängig von CCG1 oder CCG2

Ware ist stapelbar und Doppelstockbeladung soll genutzt werden

CCG1 im Lastenheft festlegen

Nur einlagige Beladung, Ware ist sperrig oder hoch

CCG2 verwenden

Nur einlagige Beladung, Ware ist niedrig oder kompakt

Ladehöhe ergibt sich aus der Ware selbst, meist CCG1-Bereich

Was ist Doppelstockbeladung und wann lohnt sie sich?

Doppelstockbeladung bezeichnet die Nutzung einer zweiten Ladeebene im LKW-Auflieger. Meist ermöglichen das höhenverstellbare Ladebalken oder Zurrgurt-Systeme, mit denen Sie zusätzliche Paletten oberhalb der ersten Lage transportieren. In geeigneten Fahrzeugen verdoppelt sich damit die nutzbare Zahl an Palettenstellplätzen fast vollständig, ohne ein zweites Fahrzeug einzusetzen.

Zwei voll beladene Ebenen im LKW-Auflieger bei Doppelstockbeladung

In der Praxis lohnt sich Doppelstockbeladung vor allem bei leichter, formstabiler Ware, die sich nicht durch Eigengewicht verformt. Bei schweren oder druckempfindlichen Bauteilen ist die zulässige Zuladung je Ladebalken oft der begrenzende Faktor, nicht die verfügbare Stellfläche.

Ein seit Jahren bewährtes Beispiel ist der höhenvariable Trailer von Schmitz Cargobull, der zu den 33 regulären Palettenstellplätzen bis zu 33 weitere auf einer zweiten Ebene ermöglicht. Je Ladebalken sind dabei 600 kg Zuladung vorgesehen, je zusätzlicher Palette 400 kg. Das System bleibt dabei nach EN 12642 XL zertifiziert.

System

Zusätzliche Stellplätze

Zuladung je Palette

Zertifizierung

Schmitz Cargobull höhenvariabler Trailer

bis zu 33 (2. Ebene)

400 kg

EN 12642 XL (TÜV Nord)

Vario-Liner-Systeme (z. B. Krone, Elvis)

bis zu 62 Stellplätze gesamt

herstellerabhängig

Code XL, teils ADR

Welche Anforderungen stellt die Ladungssicherung bei Doppelstockbeladung?

Für die Ladungssicherung auf deutschen Straßenfahrzeugen gilt die VDI-Richtlinie 2700 als anerkannte Regel der Technik. Sie ist zwar keine gesetzliche Vorschrift, Gerichte und Polizei nutzen sie aber regelmäßig als Maßstab dafür, ob eine Ladung ausreichend gesichert war.

Bei Doppelstockbeladung kommen zusätzliche Anforderungen hinzu:

  • Die Ladebalken müssen für das jeweilige Gesamtgewicht zugelassen sein

  • Die zweite Ebene braucht eine eigene Sicherung gegen Verrutschen

  • Nicht jede Ware eignet sich für die Stapelung auf einer zusätzlichen Ebene

Wer regelmäßig Fernost-Importe per Container und anschließendem Weitertransport per Seefracht bezieht, sollte diese Anforderungen bereits mit dem Spediteur klären, bevor die Verpackung final festgelegt wird.

Wer für den Weitertransport trägt, hängt außerdem von der vereinbarten Incoterm-Klausel ab. Bei Klauseln, die den Vorlauf ins Bestimmungsland dem Käufer überlassen, liegt die Entscheidung über Palettenladehöhe und Doppelstockbeladung direkt bei ihm, nicht beim Lieferanten in Fernost.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen CCG1 und CCG2?

CCG1 begrenzt die Ladehöhe einer Palette auf 1.050 mm, CCG2 erlaubt bis zu 1.950 mm. CCG1 ist die in Deutschland überwiegend genutzte Höhe, CCG2 wird vor allem für sperrige oder leichte Ware verwendet.

Wie viele Paletten passen in einen LKW?

Ein Standard-Sattelauflieger mit 13,6 m Innenlänge bietet Platz für 33 bis 34 Europaletten bei einreihiger Beladung. Kleinere Fahrzeuge wie Wechselbrücken oder Solo-LKW bieten entsprechend weniger Stellplätze.

Wann lohnt sich Doppelstockbeladung?

Doppelstockbeladung lohnt sich vor allem bei leichter, formstabiler Ware und einer Palettenladehöhe nach CCG1, da diese genug Freiraum für eine zweite Ebene lässt. Bei schwerer oder druckempfindlicher Ware ist meist die zulässige Zuladung je Ladebalken der begrenzende Faktor.

Welche Norm regelt die Ladungssicherung bei Doppelstockbeladung?

Als anerkannte Regel der Technik gilt in Deutschland die VDI-Richtlinie 2700. Speziell zertifizierte Doppelstock-Systeme erfüllen zusätzlich den Code EN 12642 XL für die strukturelle Aufbaufestigkeit.

Fazit: Palettenladehöhe und Doppelstockbeladung gemeinsam planen

Palettenstellplätze lassen sich nicht isoliert optimieren. Die Wahl zwischen CCG1 und CCG2 entscheidet bereits in der Verpackungsplanung mit, ob später überhaupt Raum für eine zweite Ladeebene bleibt. Doppelstockbeladung wiederum entscheidet, wie viele Palettenstellplätze ein einzelner Auflieger tatsächlich bietet.

Line Up berücksichtigt Palettenladehöhe und Ladeoptimierung bereits bei der Verpackungsspezifikation Ihrer Fernost-Importe. 👉 Vereinbaren Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch.

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