Lesezeit: 4 min.
Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind heute zentrale Themen für Unternehmen weltweit. Der Druck auf Unternehmen, ihre Emissionen zu reduzieren, wächst durch globale Klimaziele, regulatorische Anforderungen und den steigenden Anspruch von Kunden an nachhaltige Produkte.
Ein zentraler Bestandteil dieses Prozesses ist das Verständnis der eigenen Scope 3 Emissionen. Während viele Unternehmen ihre direkten Emissionen – Scope 1 – oder die indirekten Emissionen aus eingekaufter Energie – Scope 2 – im Blick haben, bleiben die Scope 3 Emissionen häufig eine Blackbox. Dabei machen sie oft 70–75 % der gesamten Unternehmens-Emissionen aus und sind damit der größte Hebel für Klimaschutzmaßnahmen.
Besonders relevant sind die Emissionen entlang der Transportwege, der Produktion und der Nutzung der Produkte durch Kunden. Unternehmen, die hier Transparenz schaffen und gezielt Optimierungen vornehmen, können ihre CO₂-Bilanz signifikant verbessern.
In diesem Artikel erklären wir, was Scope 3 Emissionen sind, warum sie für Unternehmen so entscheidend sind und wie sich ihre Analyse praktisch umsetzen lässt.
Bevor wir tiefer in die Scope 3 Emissionen einsteigen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Klassifizierung nach dem Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol):
Hierzu zählen alle direkten Emissionen aus eigenen Produktionsprozessen, Firmenfahrzeugen oder Heizungen.
Sind indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie, z. B. Strom, Wärme oder Dampf.
Alle anderen indirekten Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom Lieferanten über Transport und Produktion bis hin zur Nutzung und Entsorgung der Produkte durch Kunden.
Scope 3 ist besonders komplex, weil Unternehmen diese Emissionen nicht direkt kontrollieren können. Dennoch sind sie für die Klimabilanz entscheidend und oft der größte Hebel, um die Gesamt-CO₂-Bilanz zu reduzieren.
Die Kenntnis der Scope 3 Emissionen ist heute auch ein zentrales Kriterium für ESG-Ratings und Nachhaltigkeitsberichte. Unternehmen, die diese indirekten Emissionen systematisch erfassen, zeigen, dass sie Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette übernehmen.
Scope 3 Emissionen umfassen alle indirekten Emissionen, die außerhalb des direkten Einflussbereichs eines Unternehmens entstehen, aber durch seine Geschäftsaktivitäten verursacht werden. Dazu zählen beispielsweise:
Herstellung von Rohstoffen und Produkten durch Lieferanten
Transport der Güter vom Hersteller zum Kunden
Nutzung und Entsorgung der Produkte durch Endkunden
Für Industrie- und Handelsunternehmen sind Scope 3 Emissionen besonders relevant, weil sie den größten Teil der Gesamt-Emissionen ausmachen. Während Scope 1 und Scope 2 oft gut messbar sind, stellen Scope 3 Emissionen eine Herausforderung dar. Sie erfordern Daten aus der gesamten Lieferkette und die Zusammenarbeit mit Partnern und Lieferanten.
Unternehmen, die Scope 3 verstehen und aktiv managen, können strategische Entscheidungen für nachhaltige Produkte, energieeffiziente Prozesse und optimierte Logistik treffen.
Von den insgesamt 15 Kategorien des GHG Protocol sind für viele Industrieunternehmen besonders drei Bereiche entscheidend: Transport, Produktion und Nutzung der Produkte. Diese Kategorien haben den größten Einfluss auf die CO₂-Bilanz und bieten gleichzeitig den größten Handlungsspielraum für Reduktionsmaßnahmen.
Transportaktivitäten entlang der Lieferkette verursachen erhebliche Emissionen, sowohl upstream (vom Lieferanten) als auch downstream (zum Kunden).
Emissionstreiber: Diesel- und LKW-Fahrten, Schiffs- oder Lufttransporte, ineffiziente Routenplanung
Messung: CO₂-Emissionen pro Kilometer, pro Verkehrsträger und pro transportierte Einheit
Praxisbeispiel: Ein globales Industrieunternehmen kann durch die Umstellung von Luftfracht auf Schienen- oder Seetransport die Emissionen deutlich reduzieren
Vorteil digitaler Tools: Dashboards wie das Line Up Supply Chain Dashboard
ermöglichen eine Echtzeit-Visualisierung der Transportemissionen, Routenoptimierung und Szenarioanalysen
Auch die Herstellung von Rohstoffen und Produkten bei Lieferanten verursacht Scope 3 Emissionen. Besonders energieintensive Prozesse wie Metallverarbeitung, Chemieproduktion oder Kunststoffherstellung sind hierbei relevant.
Emissionstreiber: Energieverbrauch in Produktionsanlagen, Materialeinsatz, Fertigung von Halbfertigprodukten
Messung: Aktivitätsbasierte Berechnung (Activity-Based) oder auf Grundlage von Einkaufskosten (Spend-Based)
Praxisbeispiel: Unternehmen können Emissionen reduzieren, indem sie Lieferanten mit erneuerbarer Energie bevorzugen oder energieeffiziente Produktionsmethoden fördern
Scope 3 entsteht nicht nur vor oder während der Produktion, sondern auch, sobald Kunden die Produkte verwenden. Besonders energieintensive Geräte, Maschinen oder Fahrzeuge verursachen während ihrer Nutzung einen erheblichen CO₂-Fußabdruck.
Emissionstreiber: Stromverbrauch, Wartung, Verbrauchsmaterialien
Messung: Lebenszyklusanalyse der Produkte, Nutzungshäufigkeit, Energiebedarf
Praxisbeispiel: Energieeffiziente Maschinen oder Geräte mit längerer Lebensdauer reduzieren den Scope 3 Fußabdruck erheblich
Die Erfassung von Scope 3 Emissionen ist komplex, aber entscheidend für eine realistische CO₂-Bilanz. Unternehmen müssen Daten entlang der Lieferkette sammeln, Prozesse analysieren und Emissionen systematisch berechnen.
Activity-Based: Berechnung anhand konkreter Aktivitäten, z.B. gefahrene Kilometer, Energieverbrauch der Lieferanten, Materialeinsatz
Spend-Based: Abschätzung der Emissionen basierend auf Einkaufsvolumen und branchenspezifischen Emissionsfaktoren
Softwarelösungen wie das Line Up Supply Chain Dashboard ermöglichen Unternehmen, Scope 3 Emissionen auf dem Transportweg transparent zu visualisieren und gezielt Optimierungen vorzunehmen.
Vorteile von digitalen Tools:
Automatische Berechnung der Emissionen entlang der Transportwege
Erfassung von Produktions- und Rohstoffdaten der Lieferanten
Szenarioanalysen zur Simulation von Reduktionsmaßnahmen
Integration in Nachhaltigkeits- und ESG-Berichte
Durch den Einsatz digitaler Tools können Unternehmen nicht nur den CO₂-Fußabdruck exakt bestimmen, sondern auch strategische Entscheidungen für nachhaltige Lieferketten ableiten.
Scope 3 Emissionen sind der zentrale Hebel für Unternehmen, die ihre Klimabilanz verbessern wollen. Besonders die Bereiche Transport, Produktion und Nutzung machen den größten Teil dieser Emissionen aus und bieten zugleich die größten Chancen zur Reduktion.
Mit einem systematischen Ansatz zur Datenerfassung, Berechnung und Optimierung, unterstützt durch digitale Lösungen wie das Line Up Supply Chain Dashboard, können Unternehmen nicht nur ihre CO₂-Bilanz verbessern, sondern auch regulatorische Anforderungen erfüllen, Kosten sparen und ihre Lieferketten nachhaltig gestalten.
Unternehmen, die Scope 3 verstehen und aktiv steuern, sichern sich somit Umwelt- und Kostenvorteile in einer zunehmend klimabewussten Wirtschaft.
Sprechen Sie uns an und starten Sie Ihre nachhaltige Lieferkette mit Line Up.
Melden Sie sich jetzt zu umserem kostenlosen Line Up Newsletter an und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
